
Sehen, hören, fühlen, be-greifen, erleben - das Kind ist in der ersten sieben Lebensjahren ganz „Sinnesorgan“ – in dieser Zeit werden Eindrücke sozusagen ungefiltert aufgenommen, formen und prägen die körperliche Entwicklung und legen auch die Basis für die weitere innere Ausgestaltung des Kindes.
Gerade in diesen Jahren sind Kinder offen für jede Art von Eindrücken, haben sich noch ihre natürliche Empfindsamkeit, ihren Sinn für Ästhetik und die Gabe, die Wahrheit hinter den Dingen zu erkennen bewahrt.
Um die Natur erleben zu können, den Wechsel der Jahreszeiten und des Wetters, können die Kinder im Waldorfkindergarten das ganze Jahr über im Garten spielen. Hier können sie ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben, die Gartengestaltung durch Wasser, Sand, Hügel und Pflanzen setzt der kindlichen Fantasie im Spiel keine Grenzen. Spielsachen aus natürlichen Materialen wie Seide, Wolle und Holz ermöglichen es dem Kind, ihre Entstehung nachzuvollziehen – Holz kommt vom Baum, Seide wird vor Ort gefärbt und Wolle gesponnen. Vorsicht ist geboten, wenn das Kind in dieser Zeit des Aufnehmens und Verarbeitens von Eindrücken unkontrolliert den elektronischen Medien überlassen wird. Gefesselt und unbeweglich, ganz im Gegensatz zum angeborenen Bewegungsdrang, verharrt das Kind - gebannt durch Reizüberflutung durch eine Summe von unverarbeitbaren Eindrücken.