
Wir Pädagogen sind Vorbild in unserem Tun. Durchschaubare Arbeitsabläufe, die mit Hingabe und Konzentration durchgeführt werden, regen das Kind zur Nachahmung an und bilden auf natürliche Weise seine Denkfähigkeit aus. Zu viel intellektuelles Lernen nimmt ihm in dieser Zeit die Lebenskraft, die zur körperlichen und menschlichen Entwicklung benötigt wird. Unruhig, dünnhäutig und nervös sind solche "kopflastigen" Kinder. Willenstärkend sind gute Gewohnheiten, die durch Nachahmung übernommen werden und daher Ermahnungen ersparen.

Kinder erkennen seichte, lieblose Beschäftigung und leere Belehrungen sofort, sie schätzen Wahrheit in Gestik und Handeln.
Ohne Erklärung werden intuitiv durch gemeinsames Tun Zusammenhänge erfasst, wie das Verarbeiten von Wolle: die Flocke wird gewaschen, gekämmt und versponnen, mit Pflanzenfarbe gefärbt und für Spielsachen oder Basteleien verarbeitet. Auch bei der täglichen Nahrungszubereitung können die Kinder bei uns durch Beobachten der einzelnen Schritte, durch Nachahmung dieser alltäglichen und immer wiederkehrenden Abläufe, die Entstehung der einzelnen Mahlzeiten verfolgen.