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Selbstverwaltung als 'Management der Mündigkeit'

Die Rudolf-Steiner-Schule Salzburg ist eine selbstverwaltete Schule. Das bedeutet, dass Lehrer, Eltern - und mit Einschränkungen Schüler - an der Schulführung und an der Mitgestaltung des Schulwesens beteiligt sind. Die Mitglieder des Schulleitungsteams werden durch die Schulgemeinschaft bestimmt.

Was ist in einer selbstverwalteten Schule anders?

Das "Frei" in Freie Waldorfschule bezieht sich darauf, dass

  • wir unsere Lehrer nach ihrer Qualifikation und ihren menschlichen Qualitäten auswählen anstatt sie "von oben" zugeteilt zu bekommen.
  • wir uns an den Rahmenlehrplan für Waldorfschulen in Österreich halten, und die Freiheit haben, eigene Lehrmethoden zu entwickeln und auf die lokalen Gegebenheiten und die aktuellen Bedürfnisse der SchülerInnen einzugehen.
  • wir unser Handeln im pädagogischen Bereich als auch in der Schulführung kontinuierlich evaluieren, um persönliche Entwicklungsprozesse anzustoßen und als Organisation zu lernen.

Christoph Strawe bezeichnet die Selbstverwaltung als 'Management der Mündigkeit': "Jede Freiheit, die mehr sein will als Willkür, führt deshalb in die Selbstgestaltung und Selbstverwaltung hinein. Selbstgestaltung und -verwaltung ist die Form schlechthin, in der mündige Menschen ihr eigenes Leben und das Zusammenleben mit anderen Menschen ordnen." 

    Warum Selbstverwaltung?

    Selbstverwaltung ist ein Eckpfeiler der Waldorfpädagogik

    Rudolf Steiner, der Mitbegründer und Leiter der ersten Waldorfschule in Stuttgart, war davon überzeugt, dass sich Politik und Wirtschaft nicht in das Schulwesen einmischen sollten. Steiner forderte, dass in der Verwaltung und Führung einer Schule ausschließlich Menschen beteiligt werden sollten, die direkt mit der Erziehung und dem Unterricht der Kinder zu tun haben.

    Zudem sah Steiner die Beteiligung der Lehrer an den Verwaltungs- und Führungsaufgaben der Schule als eine vorbeugende Maßnahme, um zu verhindern, dass Lehrer im Lauf der Zeit "lebensfremd und unpraktisch werden". Er war nämlich überzeugt, dass Schüler am besten dadurch auf das Leben vorbereitet werden, indem sie von Lehrern unterrichtet werden, die selbst mitten im Leben stehen. (Lesen sie hier das gesamte Zitat dazu).

    Staatliche Schulsysteme entdecken die Vorteile von mehr Schulautonomie

    Mittlerweile haben auch staatliche Schulsysteme die Vorteile einer größeren Autonomie für Schulen erkannt. So wird etwa im nationalen Bildungsbericht Österreich festgestellt: "Insbesondere international vergleichende OECD-Berichte (OECD 1993) verweisen seit Anfang der 1990er Jahre darauf, dass ein stärker schulbasiertes Management oder eine freiere Schulwahl zu einer Verbesserung von Schulqualität beitragen können."

    In einer von der Unesco herausgegebenen Broschüre beschreibt der australische Bildungsforscher Brian Caldwell die Entwicklung der letzten Jahrzehnte von einem zentralisierten Schulwesen zu autonomeren Schulen. In dieser Publikation geht Caldwell darauf ein, welche Bedingungen vorhanden sein müssen, damit Schulautonomie gelingt.

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