Beitrag von Karin Rehn-Kaufmann
Das Circus Projekt an der Rudolf-Steiner-Schule Salzburg besteht seit Oktober 2003 als Arbeits-Gemeinschaft der Klassen 5 bis 8. Es basiert auf den Erfahrungen und Ergebnissen eines von mir angeleiteten und betreuten Projektes, welches über zwei Jahre ging.
FREIWILLIGKEIT. Zur Zeit kommen in Salzburg 42 Kinder an einem Nachmittag für 1 1/2 Stunden zum Training. Sie haben sich freiwillig gemeldet nach Vorinformationen.
DIE LEITER. Gearbeitet wird unter der Leitung von Ullfried Kirschhofer, Karin Rehn-Kaufmann und Marc Büche (Eurythmie- und Turnlehrer der Rudolf-Steiner-Schule).
Aus finanziellen Gründen trainieren wir momentan noch in einer Gruppe, die aber für ein optimales Lernen nicht optimal ist. Geplant ist die Einrichtung einer weiteren Gruppe. Die Eltern der teilnehmenden Kinder zahlen zur Zeit einen Beitrag, der aber die eigentlichen Kosten nicht deckt.
VORGEHENSWEISE. Nach einem Aufwärmtraining für alle zum Muskel-Lockern werden die Kinder in drei Gruppen eingeteilt. Diese üben unterschiedliche Disziplinen. Die Gruppen rotieren, sodass jeder die verschiedenen Disziplinen lernen kann.
DISZIPLINEN. So gibt es z.B. eine Jongliergruppe, in der jeder nach seinem Können mit Tüchern oder mit zwei, drei, oder sogar schon vier Bällen übt. Auch der Umgang mit Keulen wird hier erlernt und ausprobiert.
An einer anderer Stelle im Turnsaal ist eine lange Matte ausgerollt, auf der Purzelbäume zu zweit, Rad schlagen, Hand und Kopfstand, Gruppenpyramiden, kurz Bodenakrobatik, trainiert werden.
Besonders spannend sind natürlich das Trapez, das Vertikaltuch oder das Trampolin. Überall herrscht Bewegung, lebendiges Austauschen bis hin zum Außer-Atem-Kommen, und dem Bemühen um das Gleichgewicht.
LERNERFAHRUNG. Es ist ein ständiges Wahrnehmen des eigenen Körpers, das Erleben seiner Grenzen und der Fähigkeit, durch Üben Grenzen zu überwinden. Es ist einzelne Anstrengung und soziales Miteinander-Umgehen. Es ist Bemühen um Geschicklichkeit, um Gleichgewicht und Muskel-Koordination.
DIE NÄCHSTEN SCHRITTE. Streben wir eine Aufführung an, wird das Programm besprochen, und die Kinder müssen sich für die Dauer bis zur Aufführung für eine Disziplin entscheiden. Das bedeutet: Aus der Fülle der Übungen zur Konzentration auf eine, zur Vertiefung des Gelernten.
Nach dieser Entscheidung geht es ans konzentrierte Üben. Das bedeutet, dass aus einer Disziplin heraus mit Hilfe von Phantasie, Kreativität, Sinn für Bewegung und Choreographie unter Anleitung der Trainer und mit Hilfe der Schüler eine Nummer entsteht.
AUFFÜHRUNGEN. Das kann dann auch so aussehen, dass eine Geschichte, oder bspw. ein Märchen, mit verschiedenen Zirkusnummern bildhaft dargestellt wird. Dazu kommt dann noch die passende Musik, ganz wichtig sind die Kostüme, und wie schön ist es, als richtiger Zirkuskünstler geschminkt zu werden.
Für Aufführungen versteht sich unser Kinderzirkus als ein poetischer Zirkus, der versucht, einen Einklang herzustellen zwischen den musikalischen Elementen, die, wenn möglich teilweise von den Kindern selbst gestaltet werden, den Kostümen, dem Bühnenprospekt, der Schminke, der Musik und der Bewegung. All das werden wir in ein einheitliches, harmonisches Bild bringen und dieses auf der Bühne wirkungsvoll umsetzen.
BILDMATERIAL. Damit man sich vorstellen kann, was wir anstreben, finden Sie im Anhang Bilder von meinem vergangenen Zirkusprojekt aus dem Jahre 2003, wo wir dies alles in Form eines Zirkusmärchens "Der verwunschene Weiher" in drei Aufführungen erfolgreich verwirklicht haben. Die Aufführungen fanden vor vollem Saal (über 400 Sitzplätze) bei größter Begeisterung des anwesenden Publikums statt.